Begegnungswochenende 2011 in Frankfurt am Main

13.03.2012 15:09

In der Zeit vom 18. bis zum 20.11.2011 fand das diesjährige Begegnungswochenende des Fanclubs Sehhunde - Fußball-Fanclub für Blinde und Sehbehinderte e.V. - in Frankfurt am Main statt. Für dieses Wochenende war wieder ein sehr umfangreiches Programm vorbereitet, das wir ohne unsere zahlreichen Begleitpersonen und Helfern nicht hätten durchführen können. Allen Begleitpersonen und Helfern sei auch an dieser Stelle nochmals ausdrücklich für ihren selbstlosen Einsatz und ihre stets freundliche und zuvorkommende Unterstützung recht herzlich gedankt.

Wir trafen uns am Freitagnachmittag am Frankfurter Hauptbahnhof, wo wir von einem Bus der Fraport AG abgeholt und ins Hotel in der Nähe derCommerzbank-Arena gefahren wurden. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, trafen wir uns in einem Tagungsraum zum 1. Vortrag.

Herr Christopher Holschier von der Fraport AG berichtete vom Sponsoring der Fraport AG der Vereine und anderer Aktivitäten im Rhein-Main-Gebiet. So tritt sie beispielsweise als Haupt- und Trikotsponsor der SG Eintracht Frankfurt auf. Gleichzeitig unterstützen sie aber auch den Frankfurter Basketball-Bundesligisten, bei dem sie im Vereinsnamen verankert sind und die Namensrechte der Austragungsstätte deren Heimspiele inne haben. Über die Medien werden in unregelmäßigen Abständen Gewinnspiele veranstaltet, bei denen es Eintrittskarten, die dann von der Fraport zur Verfügung gestellt werden, für Heimspiele - sowohl Fußball als auch Basketball - zu gewinnen gibt.

Anschließend kam Marcel Daum, der Sohn von Christoph Daum, zu uns und sprach über das Thema Videoanalyse zu uns. Zu seinen Aufgaben gehört es, sämtliches Videomaterial über den anstehenden Gegner zu sichten und für den Trainer und jeden einzelnen Spieler vorzubereiten. Hierbei ist es durchaus möglich, dass jeder Spieler seine individuelle DVD mit Material über seine möglichen Gegenspieler vom anstehenden Spiel erhält, um dessen Laufwege, Stärken und vor allem Schwächen sich genau vor Augen führen kann.Gleichzeitig ist er aber auch in der Nachbereitung des vergangenen Spiels gefragt, um speziell die dort gemachten Fehler herauszuarbeiten. Natürlich durfte ein kleiner Rückblick auf die gemeinsame Zeit mit seinem Vater in der Türkei nicht fehlen.

Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen der Eintracht. Zunächst besuchten wir das Eintrachtmuseum, das sich direkt im Stadion befindet. Matthias Thoma berichtete vieles über die Geschichte des Vereins. Fußbälle und -Schuhe aus den verschiedenen Epochen konnten genauso wie auch Stollen ertastet werden. Das Highlight dieser Führung war ein ca. 1,5 Meter großer Pokal, den die Eintracht im Rahmen eines Freundschaftsturniers in La Coruna - Spanien - gewannen. Auch dieser konnte ertastet werden.

Willi Ott führte uns anschließend durch das Stadion. Ein Blick in die Gästekabine durfte hierbei natürlich nicht fehlen. Da gerade der Rasen gemäht wurde, konnten wir diesen anhand des Schnittgutes ebenfalls einmal durch unsere Hände gleiten lassen.

Kaum wieder im Hotel zurück, kam Norbert Nachtweih, ein ehemaliger Spieler der Eintracht - zu uns, um aus seiner aktiven Laufbahn als Spieler zu berichten. Hierbei durfte natürlich seine Flucht aus der damaligen DDR zusammen mit Jürgen Pahl genauso wenig fehlen, wie sein späterer Wechsel zum FC Bayern München. Aktuell ist er in der Nachwuchsförderung tätig. So berichtete er uns u.a. auch von der Gründung eines ausschließlichen Jugendfußballclubs, in dem Jugendliche an die Profimannschaften herangeführt und ausgebildet werden.

Nach der Mittagspause kam ein weiterer ehemaliger Spieler zu uns - Cesar Tobollik - der eine eigene Fußballschule unterhält. Auch hier ging es dann noch einmal um die Nachwuchsförderung und seine frühere Kariere als ehemaliger Bundesliga- und Nationalspieler von Polen. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich beide Projekte ergänzen und keinesfalls miteinander um den Nachwuchs konkurrieren.

Da das Spiel zwischen der Eintracht und der Aachener Alemannia erst am Sonntagnachmittag stattfand, trafen wir uns mit einigen Kommentatoren, die beiden Heimspielen unserem Personenkreis das Geschehen näher bringen, und tauschten uns mit diesen aus. Geichzeitig verfolgten wir die Bundesligakonferenz auf Sky.

Nach dem Abendessen kam Herr Kurt Banse, Dipl. Psychologe, zu uns und berichtete über seine Arbeit als Sportpsychologe. Er arbeitet für diverse Vereine und Sportler, die er in ihrer Entwicklung psychologisch betreut und unterstützt.Am Sonntagmorgen fand dann noch die jährliche Mitgliederversammlung unseres Vereins statt.

Nach dem Mittagessen begaben wir uns dann in die nur wenige Gehminuten entfernte Arena, in der trotz gesetzlichen Verbotes am Totensonntag das Spielstattfand. In der hessischen Verfassung gibt es einen Paragraphen, der u. a.Tanz- und Sportveranstaltungen gewerblicher Art an diesem Tag untersagt. Da dieses aber weder der Eintracht noch der DFL auffiel und kurzfristig das Spiel nicht mehr verlegt werden konnte, muss die Eintracht wegen der Zuwiderhandlung nun ein Bußgeld zahlen. Ausgestattet mit Empfängern und Kopfhörern nahmen wir unsere Plätze hinter einem der beiden Tore ein.

Wir sahen ein toreiches Spiel (4:3). Die ersten beiden Tore fielen schon nach 10 und 12 Minuten für die Eintracht, doch dann gab es eine lange Pause, bis der Torreigen in der 82. Minute dann von Alemannia Aachen fortgesetzt wurde. So fielen in den letzten 8 Minuten noch 5 Tore. Nach dem Anschlusstreffer erzielte die Eintracht postwendend das 3:1. Dies aber nur, um wenige Minuten später 3:3 auf der Anzeigetafel lesen zu können. Eine Minute vor Spielende schaffte die Eintracht dann doch noch das 4:3 und gewann ihr Heimspiel. Mit diesem Sieg übernahm sie dann auch die Tabellenführung.

Nach dem Spiel ging es dann noch ins Hotel zurück, um das Gepäck abzuholen und mit dem Bus, der wiederum von der Fraport AG kam, zurück zum Hauptbahnhof zu fahren, wo dann alle wieder mit den verschiedensten Zügen die Heimreise antraten. Wir alle hatten ein informatives und rundum gelungenes Wochenende, das sehr gut organisiert war erlebt und freuen uns schon auf das Treffen - wo auch immer - im nächsten Jahr, bei dem es sicherlich auch -genauso wie diesmal - wieder genügend Zeit außerhalb des Programms gibt, ums ich näher kennen zu lernen und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Bevor ich nun zum Ende komme, möchte ich noch kurz eine Teilnehmerin des Begegnungswochenendes zu Wort kommen lassen:

"Als Bayern-Fan der 80er Jahre war für mich der Besuch von Norbert Nachtweih ein Highlight. Endlich konnte ich mal Fragen zu damaligen Spielern, Trainern und Ereignissen stellen, die ich teils besser im Gedächtnis habe als heutige Vorkommnisse. Aber auch der Vortrag über die Ferienangebote der Eintracht Frankfurt Fußballschule war interessant. So fröhlich, wie Cesare Tobolik rüberkam, sind die Kids bei ihm sicher gut aufgehoben." Das schickte mir Giuseppina Dolle.

Nochmals vielen Dank an die Organisatoren, Begleitpersonen und Helfer.Gemeinsam waren wir ein starkes und sehr harmonisches Team.

Udo Hartmann
(Mitgliederbeauftragter des Fanclubs Sehhunde e.V.)

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