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Tätigkeitsbericht für den Zeitraum Januar – September 2009

Wie in der Vergangenheit gab es auch im aktuellen Berichtszeitraum Tätigkeiten, die permanent anstanden.

Zunächst war da die redaktionelle Arbeit für das Audiomagazin "Blickpunkt Fußball" sowie dessen Produktion und Vervielfältigung. Es mussten Beiträge gesucht, gedruckte Artikel auf Tonträger aufgesprochen und in das Magazin eingebunden werden. Darüber hinaus waren permanente Gespräche mit den Pressestellen diverser Vereine und anderer mit dem Fußball verbundener Institutionen notwendig, um die Möglichkeit zu erhalten, Interviews mit Personen aus dem fußballerischen Umfeld zu führen. Außerdem waren Reisen notwendig, um die Interviews vor Ort führen zu können. Einen gewissen Raum nahm, vor dem Hintergrund der mit der Digitalisierung des Audiomagazins verbundenen Schwierigkeiten, auf die zu einem späteren Zeitpunkt noch eingegangen werden soll, die Zusammenstellung und Vervielfältigung von Blickpunkt Fußball ein.

Ein wichtiges Standbein der Vereinsarbeit stellt auch weiterhin die Arbeit an den Sitzplätzen mit Spielreportage dar. Zu unserem großen Bedauern hat sich die Praxis durchgesetzt, dass die Vereine und Stadionbetreiber ihre Blindenplätze ganz ohne die Hinzuziehung blinder Menschen, oder aber unter Hinzuziehung Betroffener, die zumeist noch nie das Spezialangebot in einem anderen Stadion genutzt haben, errichten. Diese Praxis führt dazu, dass sich die Unannehmlichkeiten für die blinden Nutzer häufen und dass die Versorgung mit der Reportage und die Betreuung der Fans vom Kartenkauf bis hin zum Spielbesuch nicht optimal gewährleistet sind. Es war daher, wie auch in der Vergangenheit, notwendig, sowohl neue als auch länger bestehende Projekte aufzusuchen. Nach den Stadionbesuchen bestand die Arbeit darin, mit den Vereinen, Stadionbetreibern, Reportern u.ä. ins Gespräch zu kommen und auf eventuelle Fehler und Missstände aufmerksam zu machen.

Da die DFL die Federführung im Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga inne hat und über dies sich im Rahmen ihrer Fanarbeit auch verstärkt um Fans mit Behinderung bemühen möchte, war die Zusammenarbeit mit der entsprechenden Abteilung sehr wichtig. Es hat diverse Einzelgespräche gegeben. Außerdem hat der Fanclub Sehhunde erstmals an der von der DFL durchgeführten Behindertenfanbeauftragtentagung teilgenommen. Darüber hinaus wurde bestehend aus Vertretern der DFL, der BBAG und des Fanclubs Sehhunde eine Arbeitsgruppe zum Thema "Aufenthaltsbedingungen in den Stadien" gebildet.

Da die Sitzplätze mit Spezialreportage noch nicht Standard sind, war es auch nach wie vor wichtig, Kontakt zu den Vereinen aufzunehmen, die noch keine Blindenplätze anbieten.

Nach diesen allgemeinen Ausführungen soll auf umfangreichere Tätigkeiten eingegangen werden, die zeitlich in gewisser Weise begrenzt anstanden:

Februar / März 2009

Nachdem im Januar 2009 in der Sportschule Kaiserau das Reporterseminar erstmals gemeinsam von der DFL und dem Fanclub Sehhunde veranstaltet wurde, fand im Anschluss daran ein ausführliches Gespräch mit der DFL statt, bei dem es zu einem großen Teil um die Reflektion der Veranstaltung ging. Außerdem wurden Vereinbarungen getroffen, die die zukünftige Zusammenarbeit zwischen uns und der DFL betrafen. Die DFL machte deutlich, dass sie an einer Zusammenarbeit interessiert ist und den Fanclub Sehhunde als Sachverständigen für die Fragen rund um blinde Fußballfans anerkennt.

In dieser Rolle haben die Vorsitzenden in einer Arbeitsgruppe mitgearbeitet, die eine Broschüre zur Barrierefreiheit in den Stadien entworfen hat. Unter dem Dach der DFL waren neben dem Fanclub Sehhunde an diesem Arbeitskreis auch die BBAG und einige Vereinsvertreter beteiligt.

Im o.g. Zeitraum hat mit Rot-Weiß Essen der erste Verein aus der Regionalliga seine Blindenplätze in Betrieb genommen. Nach einer hervorragenden Zusammenarbeit im Vorfeld, für die wir dem Verein herzlich danken, durften wir bei der Einweihung dabei sein.

April / Mai 2009

Am 15.10.2009 jährt sich der Tag, an dem Bayer 04 Leverkusen als erster Verein in Deutschland bei einem Fußballspiel Sitzplätze mit einer Spezialreportage für Blinde anbot, zum 10. Mal. Der Verein möchte dieses Jubiläum festlich begehen. Deshalb wurde schon vor längerer Zeit vereinbart, die Feierlichkeiten mit unserer Jahresveranstaltung 2009 zu verbinden. Im o.g. Zeitraum hat ein erstes Vorbereitungstreffen stattgefunden, in dem sowohl Bayer Leverkusen als auch wir unsere Ideen einbringen konnten.

Wie immer wieder beschrieben, sind im Rahmen der Vereinsarbeit immer wieder Reisen und Termine an unterschiedlichen Orten notwendig. Um die Arbeit zu optimieren, haben wir über eine großzügige Spende der Firma Kramer & Crew, die durch die tatkräftige Hilfe von Boris Notzon (Sportslab) und Christoph Daum möglich wurde, ein Notebook erhalten, dass sowohl mit Großschrift als auch über Sprachausgabe zu bedienen ist.

Unser Dank geht hier an Boris Notzon und Christoph Daum sowie ganz besonders an den Geschäftsführer von Kramer & Crew, Herrn Uwe Kramer.

Mit der Verbreitung der Blindenplätze in den Fußballstadien und dem sich verselbständigenden Handeln der Vereine und Stadionbetreiber verändert sich, wie oben bereits beschrieben, die Arbeit des Fanclubs Sehhunde ständig. Diese Veränderungen müssen u.a. auch mit den Unterstützern aus dem fußballerischen Umfeld diskutiert und analysiert werden. Neben Christoph Daum, der neben seiner Tätigkeit beim 1. FC Köln permanent unsere Arbeit begleitet hat, bringt sich auch Reiner Calmund an verschiedenen Stellen in die Vereinsarbeit ein. Aus diesem Grunde hat im Mai 2009 ein umfangreiches Konzeptionsgespräch mit ihm stattgefunden.

Der Fragebogen wurde auf unserer Homepage eingestellt und ist sowohl als barrierefreie Onlineversion als auch als Dokument zum Ausdrucken herunterzuladen.

Juli / August 2009

Ein mildtätiger Verein ist bei der Durchführung seiner Arbeit auf umfangreiche Spenden und anderweitige Zuwendungen angewiesen. Um diese einzuwerben, ist viel diplomatisches Geschick nötig, das dem Fanclub Sehhunde bislang noch fehlte. Um uns in diesem Bereich anzuleiten, konnte Frau Inge Lüders gewonnen werden, die aufgrund ihrer Tätigkeit im Stiftungsrat der Claere-Jung-Stiftung über die notwendige Erfahrung verfügt.

August/September 2008 Digitalisierung von "Blickpunkt Fußball"

Im September 2008 haben wir die Produktion unseres Clubmagazins „Blickpunkt Fußball“ von Kassette auf Audio-CD umgestellt. Dieses Unterfangen stellte sich jedoch als sehr aufwendig heraus. Die Aufbereitung der Beiträge bedarf eines umfangreichen Fachwissens, das man sich erst aneignen müsste. Schnell wurde deutlich, dass die Produktion der CD neben der Vorstandsarbeit durch die Vorsitzenden dauerhaft nicht sicherzustellen sein würde. Daher wurde die Verantwortung für „Blickpunkt Fußball“ an die beiden Vereinsmitglieder Hermann Schink und Michael Stankewitz übergeben, die diesen wichtigen Teil unserer Vereinsarbeit seit August 2009 betreuen. Die Vorsitzenden bemühen sich trotz der oben beschriebenen Schwierigkeiten weiterhin um Interviews und informieren auf der CD über vereinsinterne Neuigkeiten.

Wir danken beiden für ihr Engagement und freuen uns sehr, dass „Blickpunkt Fußball“ ein neues Gesicht bekommen wird.

Im Juli 2009 fand in Hamburg ein Kongress der FSI, einer internationalen Fußballfanvereinigung, statt. Der Fanclub Sehhunde hat im Rahmen eines Workshops zum Thema Fans mit Behinderung die Möglichkeit erhalten, seine Arbeit und vor allem die Blindenplätze, wie sie in Deutschland betrieben werden, vorzustellen. Da der Vortrag in englischer Sprache gehalten werden musste, wurden wir von unserem ehemaligen Mitglied Uwe Hahnewald, der derzeit in Kanada lebt, unterstützt.

Nach diesem Kongress stellt sich die Frage, ob der Fanclub Sehhunde der Vereinigung, die sich noch im Aufbau befindet, beitritt. Die kommende Mitgliederversammlung wird dies thematisieren.

Die DFL hat an uns den Wunsch herangetragen, dass sich der Fanclub Sehhunde durch vernetzende Arbeit stärker als Interessenvertreter aller blinden und sehbehinderten Fans positionieren sollte. Diesem Wunsch wollten wir sehr gern entsprechen und haben ein Gespräch mit dem BVB-Fanclub „Blind Date“ geführt, das der Beginn einer gewissen Zusammenarbeit sein sollte. Auch mit der Pro Retina und dem Blinden- und Sehbehindertenverein in Bremen konnten Kontakte angebahnt werden, die hoffentlich zu einer regelmäßigen und intensiven Kooperation führen. Die Zusammenarbeit mit ähnlichen Vereinen und Gruppierungen soll intensiviert werden.

September 2009

Das nächste Reporterseminar soll im November 2009 wiederum in Kaiserau stattfinden. Daher fand am 11.09. ein entsprechendes Vorgespräch mit der DFL statt. Gleichzeitig fand mit Thomas Schneider und Marco Rühmann der halbjährlich geplante Informations- und Meinungsaustausch statt.

Schlussbemerkung

Wir danken allen Personen und Institutionen herzlich dafür, dass sie den Fanclub Sehhunde im vergangenen Jahr in so hervorragender Art und Weise unterstützt haben. Sie haben durch ihren Einsatz einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Integration der blinden und sehbehinderten Menschen in die Gesellschaft im Allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen zu integrieren.