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Tätigkeitsbericht für den Zeitraum November 2009 – Oktober 2010

Vorbemerkung

In der laufenden Arbeit eines Vereins gibt es Tätigkeiten, die permanent durchgeführt werden müssen, um den Grundstein zur Erfüllung der satzungsgemäßen Ziele zu legen. Diese sollen zunächst dargestellt werden. Die anschließenden Abschnitte sind herausragenden Ereignissen, besonderen Projekten u.ä. gewidmet.

Laufende Tätigkeiten

Eine wichtige Säule der Vereinsarbeit stellt unser Audiomagazin „Blickpunkt Fußball“ dar, das die Mitglieder über das Geschehen rund um den Ball sowie über vereinsinternes informiert.

Seit Beginn der Saison 2009/2010 wird die redaktionelle Arbeit von unseren Mitgliedern Hermann Schink und Michael Stankewitz durchgeführt. Sie übernehmen die Suche nach Beiträgen, die Zusammenstellung, die Vervielfältigung und den Postversand.

Darüber hinaus ist ein sehr großer Weiterbildungsaufwand nötig, um bezüglich der für den Schnitt und die Vervielfältigung notwendigen Software auf dem neuesten Stand zu bleiben. Nur so kann eine gute Qualität des Audiomagazins gesichert werden.

Neben der Information unserer Mitglieder durch das Audiomagazin geht es uns auch darum, die Qualität an den Blindenplätzen in den einzelnen Stadien zum Nutzen aller blinder und sehbehinderter Besucher auf einen möglichst einheitlichen Stand zu bringen und da, wo es nötig ist, Verbesserungen anzustreben.

Ein Hilfsmittel zur Qualitätssicherung stellt ein umfangreicher Fragebogen dar, den die Stadionbesucher von unserer Homepage (www.fanclub-sehhunde.de) herunterladen und ausfüllen können. Er enthält Fragen zur Erreichbarkeit der Plätze, zur technischen Ausstattung sowie zur Qualität der Reportage.

Wie in der Vergangenheit bereits geschildert, sind die Vereine vielfach nur noch untereinander im Kontakt, was dazu führt, dass sich Mängel, die Nachteile für die Besucher bedeuten können, von einem Stadion zum anderen fortpflanzen. Dadurch wird es auch immer schwieriger, Ansprechpartner zu finden, die im Sinne der Besucher gemeinsam mit uns nach geeigneten Lösungen suchen. Wir werden weiter daran arbeiten, mit den Vereinen und Stadionbetreibern im Gespräch zu bleiben.

Nach wie vor muss festgehalten werden, dass Sitzplätze mit Spezialreportage noch nicht flächendeckend im Profifußball zur Verfügung gestellt werden. Somit sind wir auch nach wie vor bestrebt, mit Vereinen und Stadionbetreibern in Kontakt zu treten, die noch keine Blindenplätze anbieten. Beispielhaft sind hier der FC Augsburg und Fortuna Düsseldorf zu nennen.

Zu einer festen Einrichtung sind die turnusmäßigen Besprechungen mit der DFL geworden. U.a. wird über die Barrierefreiheit in den Stadien im Hinblick auf Stadionbesucher mit Sehschädigung, über die Einbindung dieser Personengruppe in die Arbeit der Behindertenfanbeauftragten sowie weitere behindertenspezifische und fanbezogene Themen gesprochen. Diese Sitzungen finden zweimal pro Saison statt.

Für unsere Arbeit wäre es auch sehr wichtig, in ähnlicher Weise mit dem DFB in Verbindung zu stehen. Ein Kontakt zum zuständigen Mitarbeiter wurde bereits angebahnt, muss in der Zukunft aber noch deutlich intensiviert und stabilisiert werden.

Da wir neben den Mitgliedsbeiträgen über keine regelmäßigen Einnahmen verfügen, ist das Einwerben von Spenden unabdingbar. Es zeigte sich jedoch, dass aufgrund der Vielzahl gemeinnütziger Einrichtungen kaum Spenden zu erhalten waren. Auch fehlt uns hier nach wie vor das nötige know how. Es wird für die Zukunft wichtig sein, hier eine möglichst professionelle Anleitung zu erhalten. Daneben wird wichtig sein, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren und zu professionalisieren. Dieser Schritt sollte nicht nur der Mitgliederwerbung dienen, sondern auch den Bekanntheitsgrad des Fanclubs Sehhunde erhöhen, um potenzielle Spender aufmerksam zu machen.

Um im Profifußball Ansprechpartner zu finden und gegenüber den Clubs, Stadionbetreibern sowie den Verbänden unsere Interessen vertreten zu können, ist es wichtig, Menschen aus dem Bereich des Fußballs zu gewinnen und ihre Bereitschaft zur Mithilfe auch zu erhalten. Deshalb ist es auch immer wieder wichtig, Kontakte zu pflegen und die Unterstützer an der Arbeit des Fanclubs Sehhunde durch Gespräche oder gemeinsame Aktionen teilhaben zu lassen. Die Schnelllebigkeit des Fußballs führt dazu, dass die Terminpläne voll und oft mehrere Anläufe nötig sind, um eine Zusammenkunft zu realisieren.

Oktober 2009

Ein Großereignis stellte im Oktober 2009 das 10jährige Jubiläum der Blindenplätze in der BayArena dar. Am 15.10.1999 hatte mit der Begegnung gegen den SSV Ulm erstmals in Deutschland ein Bundesligaspiel offiziell mit einer Spezialreportage für Blinde stattgefunden.

Eingebettet in unsere Jahresveranstaltung, für die Bayer Leverkusen der gastgebende Bundesligaverein war, fand in einer Eventloge der BayArena ein kleiner Festakt statt, an dem auch Rudi Voeller anwesend war. Auch haben wir uns sehr über die Teilnahme von Hans Florin (ehemals DFB) und Marco Rühmann (DFL) gefreut. Leider können wir aus organisatorischen Gründen nur ein mal jährlich ein Treffen ermöglichen, zu dem alle Mitglieder zusammen kommen können. Um auch darüber hinaus einen Austausch zu ermöglichen, haben wir eine geschlossene Mailingliste eingerichtet. Es werden überwiegend Informationen zu Spielterminierungen, zu Blindentickets u.ä. ausgetauscht.

Die DFL lädt uns zu den Behindertenfanbeauftragtentagungen ein, die sie einmal jährlich durchführt. Die beiden Vorsitzenden haben 2009 an der Veranstaltung teilgenommen und sich an Workshops zur Interessenvertretung der Behindertenfanbeauftragten sowie zu den Aufenthaltsbedingungen in den Stadien beteiligt.

November 2009

Gemeinsam mit der DFL haben wir in der Sportschule Kaiserau ein Seminar für die Reporter an den Blindenplätzen veranstaltet. Neu war vor allem, dass der Fanclub Sehhunde erstmals eine sogenannte Sensibilisierungseinheit angeboten hat. Durch Einsatz des Hör- und Tastsinns, sowie des Riechens und Schmeckens konnten sich die Teilnehmer auf unterschiedliche Art mit dem „nicht sehen“ auseinandersetzen. Die Einheit wurde durch zwei Filmbeiträge über blindenspezifische Rehabilitation abgerundet. Unser Mitglied, Frau Dolle, hat die Übungseinheit konzipiert.

Die Sensibilisierungseinheit wird auch zukünftig ein fester Bestandteil im Programm des Reporterseminars sein.

März/April 2010

Der März stand ganz im Zeichen der Öffentlichkeitsarbeit. Zunächst hatten wir die Möglichkeit, uns in NDR1 Radio Niedersachsen in der Sendung „Plattenkiste“ zu präsentieren. Um auch jüngere Menschen auf uns aufmerksam zu machen, haben wir Flyer an alle Blindenschulen übersandt.

Im April fand das turnusmäßige Informationsgespräch mit der DFL statt. Es wurden diverse Fragen zum Ticketing und zu den Aufenthaltsbedingungen für blinde und sehbehinderte Stadionbesucher, vor allem vor dem Hintergrund der neu eingeführten DIN-Norm für die Gestaltung von Beschriftungen in öffentlichen Räumen, erörtert. Diese Regelungen werden vor allem in die „Empfehlungen für Barrierefreiheit in den Stadien“ einfließen müssen.

Juli 2010

In den Räumen der DFL fand das Vorbereitungstreffen für das Reporterseminar 2010 statt. Um die praktischen Übungen greifbarer zu gestalten, regte die DFL an, im Rahmen des Supercupfinales in Augsburg, wo noch keine Blindenplätze angeboten wurden, eine Spezialreportage zur Verfügung zu stellen. Drei Reporterteams sollten über 90 Minuten das Spiel reportieren, damit zu jeder Szene drei Reportagen vorlägen. Wir erhielten die Aufgabe, wieder eine Sensibilisierungseinheit zu entwickeln.

In der Vergangenheit wurde deutlich, dass die Barrierefreiheit international zu einem immer wichtigeren Thema wird. Federführend sind hier Behindertenvertreter aus England. Im Gespräch mit der DFL wurde deutlich, dass sich der Fanclub Sehhunde auf der behindertenpolitischen Ebene deutlicher positionieren müsste. Dazu reichen unsere personellen und finanziellen Resourcen nicht aus. Wie der Fanclub Sehhunde sich hier positionieren wird, soll auf der nächsten Mitgliederversammlung diskutiert werden.

August 2010

Im Jahre 2011 findet in Deutschland die Fußballweltmeisterschaft der Frauen statt. Wie schon im Jahre 2006 sollen auch im Rahmen dieses Großereignisses Blindenplätze angeboten werden. Im Auftrag des Organisationskomitees ist für die Umsetzung Herr Christoph Ehlen zuständig, der auch 2006 mit allen Fragen rund um die Kopfhörerplätze befasst war. Gemeinsam mit ihm haben wir erarbeitet, dass die Tickets barrierefrei telefonisch bestellt werden können. Sollten Spiele überbucht sein, muss das Los entscheiden. Wir haben vereinbart, weiter im Kontakt zu bleiben. Ggf. wird Herr Ehlen unsere Fragen und Wünsche an die zuständigen Stellen weiterleiten, bzw. den Ansprechpartnern an den Spielorten unsere Kontaktdaten übermitteln, damit sie ihre Fragen an uns stellen können.

Oktober 2010

Auch an der Behindertenfanbeauftragtentagung 2010 hat der Fanclub Sehhunde, vertreten durch die Vorsitzenden, teilgenommen. Wieder wurden diverse Workshops angeboten. Wir haben uns zur Barrierefreiheit der Vereine sowie zu Fragen des Ticketings eingebracht.

Außerdem fand das mittlerweile vierte Reporterseminar in der Sportschule Kaiserau statt. Die von uns durchgeführte Sensibilisierungseinheit enthielt blindengerechte Bewegungsspiele, Erfahrungen im Umgang mit dem Blindenstock, das blinde Erkunden und aufzeichnen eines unbekannten Raumes sowie eine Station, an der in Teamarbeit Lebensmittel auf Tellern nach Anweisung angeordnet werden mussten. Neu war auch, dass ein Teilnehmer eine Einheit zur Stimmenschulung angeboten hat.

Ein Projekt, das die Öffentlichkeitsarbeit stärken könnte, stellt die neu erstellte Homepage von Christoph Daum dar. Der Fanclub Sehhunde soll dort kurz dargestellt und unser Internetauftritt verlinkt werden.

Schlussbemerkung

Für die Zukunft wird es wichtig sein, neue Mitglieder, möglichst auch jüngere Fußballfans, anzuwerben. Die Öffentlichkeitsarbeit muss intensiviert und die finanzielle Situation stabilisiert werden.

Wir möchten allen, die den Fanclub Sehhunde unterstützt haben, herzlich für ihren Einsatz danken. Alle haben einen wertvollen Beitrag zur Integration blinder und sehbehinderter Fußballfans in die Gesellschaft im Allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen geleistet.