Startseite > Über uns > Tätigkeitsbericht > Tätigkeitsbericht für den Zeitraum April 2013 bis April 2014

Tätigkeitsbericht für den Zeitraum April 2013 bis April 2014

Vorwort

Zunächst sollen die Tätigkeiten umrissen werden, die die Vereinsarbeit dauerhaft bestimmen, damit die satzungsgemäßen Ziele erreicht werden können. Nachfolgend werden Ereignisse und Inhalte aufgeführt, die besondere Ereignisse oder Projekte beschreiben.

Laufende Tätigkeiten

Das Clubmagazin "Blickpunkt Fußball" wird nach wie vor im Audioformat als Daisy-CD an die Mitglieder versandt und informiert um Themen rund um den Fußball sowie über vereinsinterne Inhalte. Ein wichtiges Thema sind nach wie vor die Berichte über die Blindenplätze in den Fußballstadien.
Der Dank des Vorstands gilt Herrn Hermann Schink, der diese Aufgabe mit großem Engagement durchführt. Außerdem danken wir seiner Frau Ursula, die ihn nach Kräften unterstützt.

Ein wichtiger Baustein der Vereinsarbeit sind nach wie vor die Sitzplätze mit Spielreportage. Zum Kennenlernen der Projekte und der Reporter sowie zur Qualitätssicherung sind Besuche in den einzelnen Stadien unerlässlich.

Die Fanarbeit wird immer komplexer. Die Fanmassen, die sich Wochenende für Wochenende in die 'Stadien auf den Weg machen, werden immer größer. Damit wachsen auch die Problemstellungen, mit denen sich die Fanbeauftragten zu beschäftigen haben. Gleiches gilt auch für Fans mit Behinderung und für die Behindertenfanbeauftragten. Um für Stadionbesucher mit Sehschädigung möglichst optimale Aufenthaltsbedingungen in den Stadien zu schaffen, ist es unerlässlich, dass die vor Ort tätigen Behindertenfanbeauftragten um die Schwierigkeiten dieser Fans wissen und auch positive Rückmeldungen erhalten. Deshalb haben wir im Berichtszeitraum viel Wert darauf gelegt, den Kontakt zu den einzelnen Behindertenfanbeauftragten zu knüpfen und möglichst zu stabilisieren.
Vor allem in Sicherheitsfragen wird zukünftig viel Arbeit auf die Sehhunde und auf die Behindertenfanbeauftragten zukommen.

Bezogen auf die Frage nach optimalen Aufenthaltsbedingungen sowie Sicherheit in den Stadien sowie neuerdings auch zum Thema Audiodescription von Fußballspielen im Fernsehen ist die DFL ein unentbehrlicher Kooperationspartner. Deshalb haben wir uns permanent darum bemüht, einen stabilen und vertrauensvollen Kontakt zur DFL aufrecht zu erhalten. Aufgrund der massiven Arbeitsbelastung in der Abteilung Fanarbeit konnte es nicht gelingen, die Tonus mäßigen Gespräche im seinerzeit vereinbarten Rhythmus durchzuführen. Gleichwohl sind wir im Gespräch geblieben.

Die Inklusion ist politisch in allen Lebensbereichen gewünscht. Dadurch eröffnen sich auch Möglichkeiten, blinde und sehbehinderte Fans an die Gemeinschaft der Fußballfans heranzuführen und mittel bis langfristig hier und da Beispiele für eine gelungene möglichst umfassende Teilhabe zu realisieren. Erste Versuche in diese Richtung hat die Fanclubleitung auf Basis persönlicher Kontakte zu einzelnen Fans und Fanverbänden im Berichtszeitraum unternommen. Die Eindrücke werden in ein Konzept einfließen, das mittel- bis langfristig umgesetzt werden soll.

Permanent erscheinen Bücher, die für Fußballfans, auch mit Sehbehinderung, interessant sind. Im Berichtszeitraum hat die Fanclubleitung erste Versuche unternommen, um die Zugänglichkeit zu einzelnen Werken durch persönliche Kontakte zu den Autoren zu realisieren. Da die Produktion von Hörbüchern sehr kostspielig ist, könnte hier die Möglichkeit der Buchpatenschaft, die von einigen Hörbüchereien angeboten wird, eine sinnvolle Alternative sein. Somit ist wenigstens gewährleistet, dass blinde und sehbehinderte Leser die Werke in den dafür vorgesehenen Büchereien Ausleihen und konsumieren können.

Begegnungswochenende in Düsseldorf

Im April 2013 fand das Begegnungswochenende mit umfangreicher Unterstützung vom damaligen sportlichen Leiter, Herrn Wolf Werner, statt. Zu Beginn referierte Herr Werner anschaulich über seine Tätigkeit bei Fortuna Düsseldorf und plauderte ein wenig aus dem fußballerischen Nähkästchen. Darüber hinaus überraschte er uns mit einer Stadionführung der besonderen Art, die am Samstagmittag stattfinden sollte. Robert Palicuka, ehemaliger Spieler der Fortuna, führte uns ab 13:30 durch die Espritarena. Dazu muss besonders angemerkt werden, dass um 15:30 das Heimspiel gegen Werder Bremen angepfiffen wurde. Es war schon eine ganz besondere Situation, durch das Stadion geführt zu werden, während rund herum die Vorbereitungen auf das Spiel in vollem Gange waren. Allein Herrn Palicuka störte das nicht im Geringsten. Er führte uns in die Schiedsrichterkabine, wo wir durch leicht verärgerte Referees vertrieben wurden, und lies uns auch noch in den Stadioninnenraum gehen, obgleich die Spieler schon dabei waren, den Rasen in Augenschein zu nehmen. Dies wird sicher für den echten Fußballfan immer unvergesslich sein. Der sehr interessante Vortrag zum Thema Management, den Michael Meyer am Samstagvormittag hielt, dürfte angesichts dieser wirklich außergewöhnlichen Aktion leider ein wenig verblassen.
Gesellig und zünftig wurde es dann am Abend mit Bier und Schnittchen im Brauhaus Uerige, bevor wir im Rahmen einer Stattführung Düsseldorf erkundeten.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Mitgliederversammlung.

Teilnahme an der Behindertenfanbeauftragtentagung

auch in diesem Berichtszeitraum haben die beiden Vorsitzenden wieder an der Behindertenfanbeauftragtentagung, die zum Veranstaltungskanon der DFL gehört, teilgenommen. Neben diversen Referaten zu behindertenspezifischen Themen gab es u.a. die beiden Workshops zur Fortbildung der Behindertenfanbeauftragten sowie zum Thema Aufenthaltsbedingungen in den Stadien. Vor allem dient die Teilnahme an dieser Tagung aber der Stabilisierung bestehender Kontakte und weitergehender Vernetzung des Fanclubs Sehhunde mit den Behindertenfanbeauftragten, die sich im jeweiligen Stadion um die Fans mit Behinderung kümmern.

Teilnahme an der Jahrestagung der BBAG

Da es den Vorsitzenden aus privaten Gründen nicht möglich war, an der Tagung teilzunehmen, wurde Herr Udo Hartmann delegiert. Wir danken ihm sehr für seinen Einsatz. Von den in der BBAG organisierten Vertretern Blinder und Sehbehinderter wurden Vorbehalte gegen einen Kontakt des Fanclubs Sehhunde mit dem Vorsitzenden der BBAG geäußert. Herr Hartmann hat viel diplomatisches Geschick bewiesen, um die Situation zu entschärfen.

Arbeitsgruppe zum Thema Öffentlichkeitsarbeit

Wie auf der Mitgliederversammlung 2013 beschlossen, hat sich eine Arbeitsgruppe zum Thema Öffentlichkeitsarbeit gebildet und im September die Arbeit aufgenommen. Es begann zunächst mit einer Mitgliederbefragung. Auch die Neugestaltung der Homepage sowie das Überarbeiten der Inhalte kristallisierte sich als wichtiges Thema heraus.

Tätigkeit in den Stadien

Wie zu Beginn ausgeführt, ist die Arbeit in den Stadien sehr wichtig. Exemplarisch sollen hier der Besuch der neu errichteten Blindenplätze in Karlsruhe im September, sowie der Besuch bei Union Berlin im April 2014 durch die Fanclubleitung genannt werden. Nicht zu vergessen sind aber auch alle weiteren Stadionbesuche anderer Mitglieder. Ein wertvolles Instrument, um Rückmeldungen zu erhalten, stellt der Fragebogen dar, der auch auf www.fanclub-sehhunde.de zu finden ist. Es werden Fakten zum Service allgemein, zur Lage der Plätze, zur Reportage sowie zur technischen Ausstattung abgefragt.
Vereinzelt sind auch noch vorbereitende Beratungsgespräche mit Vereinen und Stadionbetreibern möglich. Dies ist sehr hilfreich, damit ein Angebot konzipiert werden kann, das den Bedürfnissen der Besucher gerecht wird. Über einen längeren Zeitraum konnten wir in diesem Rahmen die Blindenplätze von RB Leipzig begleiten.

Erneuter Kontakt mit BBAG

Im November 2013 hat sich die Fanclubleitung erneut mit Pfarrer Dohm, 1. Vorsitzender der BBAG, getroffen. Neben dem Einstieg in die Planung des Begegnungswochenendes 2014 ging es vorwiegend um die Frage eines erneuten Eintritts des Fanclubs Sehhunde in die BBAG. Dies vor dem Hintergrund, dass nach zweimaliger gastweiser Teilnahme an der Jahrestagung entweder ein Eintritt erfolgen muss, oder keine Einladung mehr möglich ist. Mit Herrn Dohm wurde vereinbart, dass die Mitgliederversammlung über diese Frage entscheiden muss.

Zusammenarbeit mit DFL

Kurtz vor Weihnachten kam nach langer Zeit wieder eine Zusammenkunft mit Thomas Schneider von der DFL und seinen Mitarbeitern zu Stande. Wir lernten Frau Rickers kennen, die seinerzeit die Arbeit der Abteilung Fanangelegenheiten unterstützt hat. Sie befindet sich derzeit im Mutterschutz. Ihre Aufgaben werden derzeit von Herrn Arne Strahtmann übernommen.
Außerdem lernten wir die DFL-Stiftung und die zuständigen Mitarbeiter genauer kennen. Thematisch ging es großenteils um ein Kompetenzcentrum zum Thema Blindenreportage, das die DFL mit Kooperationspartnern einrichten möchte.

Fankongress 2014 in Berlin

Das Kalenderjahr 2014begann mit der Teilnahme der Fanclubleitung am Kongress der beiden großen Fanverbände "Pro Fans" und "unsere Kurve". Augenblicklich gab es noch keine Schnittpunkte zu Themen, die Fans mit Behinderung betreffen. Für die Zukunft möchten wir aber anstreben, dass die Fanverbände sich dieser Themen mit annehmen. Durch Aufklärung der Fans soll die Inklusion behinderter Fans in die Gemeinschaft der Fußballfans verbessert werden. Hauptsächlich soll hier zunächst daran gearbeitet werden die gemäßigte Fanszene einzubinden. Es gibt aber auch Ideen, das soziale Engagement von Fans zu stärken, die beispielsweise mit einem Stadionverbot belegt wurden. Gemeinsam mit Fanbeauftragten und Fanprojekten soll dieser Ansatz weiter verfolgt werden. Für blinde und sehbehinderte Stadionbesucher könnte es so möglich werden, den häufigen Mangel an Begleitpersonen zu mindern.
Der Kongress hat gezeigt, dass es mittel- bis langfristig sinnvoll sein wird, sich in Richtung der Fanverbänden zu öffnen und das Miteinander zu fördern.

Audiodescription bei Sky

Der Fankongress eröffnete mit der Frage nach Audiodescription für die Skyübertragungen unversehens ein neues Betätigungsfeld. Herr Rettig, Geschäftsführer der DFL, hatte am Rande des Kongresses den Fanclub Sehhunde um eine Einschätzung gebeten. Die Stellungnahme musste über einen längeren Zeitraum erarbeitet werden. Unsere Stellungnahme befasste sich hauptsächlich mit der Art und Weise, wie die Reportage beschaffen sein müsste. Zu technischen Fragen haben wir uns nicht geäußert.

Runter Tisch zum Thema Fans mit Sehbehinderung

Im April 2014 fand auf Wunsch der BBAG ein Treffen der dort organisierten Blindenfanclubs sowie dem Fanclub Sehhunde statt. Bei der Zusammenkunft in Bielefeld waren neben uns Blind Date (BVB) sowie die Sehbären (Herta) anwesend. Die BBAG wurde durch Herrn Dohm sowie Herrn Friebel vertreten. Es konnten viele Missverständnisse aus der Vergangenheit ausgeräumt werden. Darüber hinaus konnten sich alle auf eine zukünftige Zusammenarbeit einigen. Diese soll u.a. zum Ziel haben, einen Leitfaden für die Blindenreporter zu erstellen.

Behindertenfanbeauftragtentagung 2014

Kurz nach dem Treffen der Blindenfanclubs hat der Fanclub Sehhunde, vertreten durch die Vorsitzenden, an der Behindertenfanbeauftragtentagung, die diese Mal in Berlin stattfand, teilgenommen. Neben Vorträgen am Vormittag, z.B. zum Thema "Barrierefreiheit im Internet", fanden nachmittags auch Workshops statt. Die Sehhunde beteiligten sich an den Runden zum barrierefreien Internet sowie zur Möglichkeit, durch die Aktion Mensch Gelder für die Vereinsarbeit zu erhalten. Aus Sicht der Sehhunde kam der Gedanke der Inklusion zu kurz. Es wäre zu wünschen, dass auch im Rahmen der Behindertenfanbeauftragtentagung ein größeres Augenmerk auf diesen Themenkreis gelegt wird.

Wir möchten allen, die den Fanclub Sehhunde unterstützt haben, herzlich für ihren Einsatz danken. Alle haben einen wertvollen Beitrag zur Integration blinder und sehbehinderter Fußballfans in die Gesellschaft im Allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen geleistet.