Startseite > Über uns > Tätigkeitsbericht > Tätigkeitsbericht für den Zeitraum Mai 2014 bis April 2015

Tätigkeitsbericht für den Zeitraum Mai 2014 bis April 2015

Vorwort

Zunächst sollen die Tätigkeiten umrissen werden, die die Vereinsarbeit dauerhaft bestimmen, damit die satzungsgemäßen Ziele erreicht werden können. Nachfolgend werden Eckpunkte aufgeführt, die besondere Ereignisse oder Projekte beschreiben.

Fortlaufende Tätigkeiten

Das Clubmagazin "Blickpunkt Fußball" wird nach wie vor im Audioformat als Daisy-CD an die Mitglieder versandt und informiert über Themen rund um den Fußball sowie über vereinsinterne Inhalte. Ein wichtiges Thema sind nach wie vor die Berichte über die Blindenplätze in den Fußballstadien. Der Dank des Vorstands gilt Herrn Hermann Schink, der diese Aufgabe mit großem Engagement durchführt. Außerdem danken wir seiner Frau Ursula, die ihn nach Kräften unterstützt.

Ein wichtiger Baustein der Vereinsarbeit sind nach wie vor die Sitzplätze mit Spielreportage. Zum Kennenlernen der Projekte und der Reporter sowie zur Qualitätssicherung sind Besuche in den einzelnen Stadien unerlässlich. Jedes Mitglied trägt durch seine Spielbesuche und Rückmeldung an den Vorstand etwas zu diesem wichtigen Punkt bei. Unerlässlich ist an dieser Stelle auch der stabile Kontakt zum "Awo Kompetenzzentrum Blindenreportage im Sport".

Vor allem in Sicherheitsfragen wird zukünftig viel Arbeit auf die Sehhunde und auf die Behindertenfanbeauftragten zukommen.

Die Inklusion ist politisch in allen Lebensbereichen gewünscht. Dadurch eröffnen sich auch Möglichkeiten, blinde und sehbehinderte Fans an die Gemeinschaft der Fußballfans heranzuführen und mittel bis langfristig hier und da Beispiele für eine gelungene möglichst umfassende Teilhabe zu realisieren. Erste Versuche in diese Richtung hat die Fanclubleitung auf Basis persönlicher Kontakte zu einzelnen Fans und Fanverbänden im Berichtszeitraum unternommen. Die Eindrücke werden in ein Konzept einfließen, das mittel- bis langfristig umgesetzt werden soll.

Zur Inklusion in die Gemeinschaft der Fußballfans gehört es auch, dass die Internetauftritte der Clubs sowie deren Publikationen barrierefreier werden. Vereinzelt gibt es hier immer wieder Bemühungen. Es zeigt sich aber schon jetzt, dass eine Menge Aufklärungsarbeit nötig sein wird. Auch die Umsetzung wird viel Zeit in Anspruch nehmen.

Begegnungswochenende auf Schalke

Vom 16. Bis 18.05.2014 kamen wir zu unserem jährlichen Begegnungswochenende in Gelsenkirchen zusammen. Nach dem Abendessen trafen wir uns in einem Seminarraum des Hotels. Dort erwarteten wir Gerhard Rehberg, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des FC Schalke 04, und Pfarrer Jochen Dohm, Behindertenfanbeauftragter des Vereins. Herr Rehberg beantwortete unsere Fragen und erzählte so manche Anekdote über den FC Schalke 04. Pfarrer Dohm ergänzte diese Informationen. Am Samstag, den 17. Mai erwartete uns Pfarrer Dohm bereits um 9.00 Uhr in der Veltins Arena zur Stadionführung. Er zeigte uns Orte, wo wir „normalen“ Fußballfans nicht so einfach hin kommen. So führte er uns z. B. in den VIP-Bereich. Die Kabine der Spieler durften wir auch begutachten. Die Veltins Arena hat auch eine Kapelle, in der die Fußballfans Ruhe und Stille finden. Auch kirchliche Feste werden dort gefeiert. Pfarrer Dohm erläuterte uns alles sehr anschaulich, so dass wir auch an den Bildern, die an den Wänden hingen, teilhaben konnten. Gegen 12.00 Uhr brachte uns Pfarrer Dohm in unsere Loge, die uns für den Rest des Wochenendes zur Verfügung stand. Dort gab es einen Seminarraum und einen Aufenthaltsraum, in dem wir unsere Mahlzeiten einnahmen. Die Pausen konnten wir auch draußen verbringen und Stadionatmosphäre schnuppern. Nach dem Mittagessen berichtete Pfarrer Dohm, in seiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender der Bundesbehindertenfanarbeitsgemeinschaft über die BBAG. Die Aussprache darüber, ob wir dieser Vereinigung beitreten, fand im Rahmen der Mitgliederversammlung am Sonntag statt. Gegen 17.00 Uhr diskutierten wir mit Reporter Henning Brinkmann,, der bei Bayer Leverkusen die Spiele auf den Blindenplätzen reportiert, wie eine gute Reportage für blinde Fußballfans gestaltet sein soll. Daraus entwickelten wir ein Thesenpapier, das zur Entwicklung eines Reportageleitfadens gemeinsam mit der BBAG als Tischvorlage dienen soll. Nach dem Abendessen hatten wir Gelegenheit, uns das DFB-Pokal-Endspiel FC Bayern München gegen Borussia Dortmund anzuschauen/anzuhören. Einige nutzten auch die Gelegenheit, einfach nur miteinander zu plaudern. Am Sonntag, den 18. Mai fand dann unsere Mitgliederversammlung statt. Hier wurde u.a. entschieden, dass der Fanclub Sehhunde sich der BBAG anschließen wird. Nach dem Mittagessen, gegen 13.00 Uhr, machten wir uns dann alle auf den Weg zu den Taxis, die uns zum Bahnhof brachten, wo wir unsere Heimreise antraten. Wir danken Pfarrer Jochen Dohm noch einmal ganz herzlich für seine umfangreiche Unterstützung bei der Organisation im Vorfeld und während der Veranstaltung. Er hat schalke 04 als einen zugewandten und gastfreundlichen Verein präsentiert. Es ist ihm gelungen, im Sinne seiner Gäste mit Sehbehinderung eine Veranstaltung durchzuführen, die nahezu barrierefrei war. Vielen Dank dafür! Wir danken auch "Schalke hilft, ohne deren finanzielle Unterstützung die Veranstaltung in diesen barrierefreien Räumlichkeiten nicht hätte stattfinden können.

Audiodeskription im TV

Seit einiger Zeit unterlegt die ARD die Übertragung von Länderspielen und Begegnungen im DFB-Pokal mit einer kommerziellen Radioreportage auf dem 2. Tonkanal. Sie möchte damit einen speziellen Service zur Teilhabe von Menschen mit Sehschädigung an angebotenen Fußballübertragungen bieten. Da die Unterlegung des Fernsehbildes mit einer Radioreportage jedoch keine Audiodescription im klassischen Sinne darstellt, möchte sich der Fanclub Sehhunde mittel bis langfristig darum bemühen zu erreichen, dass auf dem 2. Tonkanal etwas ausgestrahlt wird, dass eher einer Blindenreportage, wie sie in den Stadien live angeboten wird, entspricht. Hier müssen Schritt für Schritt Möglichkeiten gesucht werden, auf die Anbieter einzuwirken. In einem ausführlichen Schreiben an die DFL haben wir im Hinblick auf eine Möglichkeit, dass Sky seine Übertragungen der Bundesligaspiele mit Audiodescription unterlegen könnte, unsere Wünsche und Erwartungen an einen solchen Service dargelegt. Gleichzeitig haben wir erläutert, was eine Audiodescription im eigentlichen Sinne ist und was das für eine Fußballübertragung bedeuten würde.

Barrierefreier Zugang zu Vereinszeitschriften

In der Regel gibt jeder Verein im Umfeld seiner Heimspiele ein Magazin heraus, das nicht nur über den aktuellen Spieltag, sondern auch über wissenswertes für die Vereinsmitglieder und über den Verein an sich informiert. Da auch immer mehr Menschen mit Sehbeeinträchtigungen Mitglieder in den Fußballvereinen werden, z.B. um Eintrittskarten erwerben zu können, ist es im Sinne der Inklusion und Teilhabe unentbehrlich, dass diese vereinsinternen Medien barrierefrei werden. Konkret führt unser Vereinsmitglied, Frau Steffan, darüber Gespräche mit dem Behindertenfanbeauftragten von Schalke 04. Nach und nach will der Fanclub Sehhunde daran arbeiten, die Vereine zu sensibilisieren, so dass die Vereinsmagazine in barrierefreien Ausführungen erscheinen. Eine digitale Ausführung in Form von Textdokumenten würde sich anbieten, da die Artikel ohnehin am Computer erstellt werden und somit schon elektronisch vorliegen.

Blindenplätze bei Holstein Kiel

Erfreulicherweise hat sich der Verein Im Sommer 2014 entschlossen, Blindenplätze anzubieten. In Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz hat der Verein, vor allem auch aufgrund des Tatkräftigen Einsatzes des Behindertenfanbeauftragten, die Aufgabe angenommen und bietet seit Beginn der Rückrunde regelmäßig den Service für Blinde und sehbehinderte an. Der Fanclub Sehhunde war bzgl. der technischen und personellen Ausstattung mit dem Verein sowie dem Roten Kreuz intensiv im Kontakt und stand beratend zur Seite.

Neue Möglichkeiten zur Übertragung der Blindenreportage in den Stadien

Sennheisser hat ein übertragungssystem entwickelt, mit dessen Hilfe Audiodescription z.B. im Kino oder Theater per IPod, IPhone etc. empfangen werden kann. Ein Mitarbeiter der Firma hatte sich an den Fanclub Sehhunde gewandt, weil das System zum Public Viewing im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft auf großen Plätzen eingesetzt werden sollte. Nachfolgend wurde auch darüber nachgedacht, ob und wieweit das System im Stadion zum Einsatz kommen könnte. Unser Austausch mit Reportern beim FC St. Pauli, die das System erprobt haben, hat ergeben, dass die Anwendung seinerzeit nicht zufriedenstellend einsetzbar war. Über dies ist an dieser Stelle zu bedenken, dass der Umgang mit Touchscreen geräten eher jungen Menschen vorbehalten ist, nicht aber älteren oder mehrfachbehinderten Personen. Somit ist zu befürchten, dass es im Stadion zu Bedienungsproblemen kommen könnte, die die Teilhabe der Betroffenen massiv einschränken könnten. Über dies wäre auch noch zu klären, wie stabil der Empfang über das Internet im Stadion funktioniert und ob es zu zeitlichen Verzögerungen beim Empfang der Reportage kommt. Eine Abweichung zwischen dem aktuellen Spielgeschehen und dem Gehörten ist in keinem Fall zu tolerieren.

Teilnahme an Regionalreportertagung Nord

Bei diesem Workshop, der in den Räumen des FC St. Pauli stattgefunden hat, waren die Sehhunde nicht nur durch die beiden Vorsitzenden, sondern auch durch Pina Dolle und Riko Zellmer vertreten. Es wurden die Erfordernisse an eine Blindenreportage sowie die Erwartungen der Nutzer erörtert und aufgeschrieben, und zwar von Seiten der Reporter sowie der Gruppe der Konsumenten. Erfreulicherweise gab es in vielen Punkten Einigkeit. Neben der thematischen Arbeit war viel Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion über Reportage, technische Ausstattung etc. Schade war, dass nur wenige Reporter und Interessierte da und die Nutzer stark in der Überzahl waren.

Teilnahme an BBAG-Tagung

Gemäß dem Abstimmungsergebnis aus der Mitgliederversammlung, die im Rahmen des Begegnungswochenendes auf Schalke stattgefunden hat, ist der Fanclub Sehhunde wieder Mitglied der BBAG. Die beiden Vorsitzenden haben an der Tagung in Hannover, die gleichzeitig die Jahreshauptversammlung des Verbandes ist, teilgenommen. Neben der Teilnahme an Workshops war es für die Sehhunde wichtig, durch Gespräche Kontakte zu knüpfen und erste wichtige Schritte zu tun, um sich in das Gefüge der BBAG einzufügen. Mittel- bis langfristig müssen die Sehhunde ihren Platz im Verband finden und es müssen mit Hilfe des Vorstandes Möglichkeiten erarbeitet werden, unser Know How für die BBAG sinnvoll einzusätzen. Hierfür ist die Kontaktpflege zu den einzelnen Behindertenfanbeauftragten, den Fanclubs und vereinsinternen Vertretern der Interessen Blinder und Sehbehinderter sowie zum Vorstand wichtig.

Blindenplätze beim SC Freiburg

Ein sehr umfangreiches Projekt stellte die Einrichtung der Blindenplätze in Freiburg dar. Nach dem wir in der Vergangenheit von verschiedenen Kontaktpersonen angesprochen wurden, sich aber nie etwas nennenswertes entwickelte, hat sich nunmehr Herr Andre Wunder, Fanbeauftragter des Sportclubs, im Sommer 2014 des Themas angenommen. Es gab einen regen Austausch per Email. Offene Fragen wurden beantwortet und Kontakte zu erfahrenen Blindenreportern hergestellt. Außerdem hat der Fanclub Sehhunde ein Thesenpapier verfasst, mit dessen Hilfe Herr Wunder Menschen gesucht und gefunden hat, die zukünftig als Reporter tätig sein möchten und können. Leider konnten wir bei der Schulung und Einweisung der Reporter nicht zugegen sein. Wir konnten uns aber bei einem Spielbesuch im April 2015 davon überzeugen, dass sich das Projekt gut entwickelt und die Reporter auf einem guten Weg sind.

Tagung Inklusion und sicheres Stadionerlebnis

Auf Anregung von Schalke 04, wo ein Rollstuhlfahrer von anderen Fans misshandelt wurde, hat die DFL die Tagung Inklusion und sicheres Stadionerlebnis durchgeführt. Erstmals saßen Interessenvertreter der Fans mit Behinderung und Vertreter aller Institutionen, die mit dem Spielbetrieb befasst sind, an einem Tisch. Nach einführungsreferaten fanden Workshops in Kleingruppen statt. Die Kleingruppen waren entsprechend der anwesenden Behindertengruppen definiert. Neben dem Fanclub Sehhunde uns Stefan Felix, verantwortlich für die sehgeschädigten Fans bei Fortuna Düsseldorf, waren in der Gruppe blind/sehbehindert neben Björn Naß als Vertreter der Blindenreporter auch Abteilungen wie Ticketing und Stadionsicherheit, sowie Institutionen wie Bundes- und Landespolizei vertreten. Es kam zu einem interessanten Meinungs- und Erfahrungsaustausch der zeigte, wie unerfahren die Entscheidungsträger im Umgang mit Fans mit Behinderung sind. Die DFL hat Folgeveranstaltungen angekündigt, an denen der Fanclub Sehhunde sich nach Möglichkeit auch weiterhin beteiligen möchte.

Anschreiben an FSV Frankfurt

Die Tagung Inklusion und sicheres Stadionerlebnis hat in den Räumlichkeiten des FSV Frankfurt stattgefunden. Der Geschäftsführer, Herr Münker, hielt einen sehr offenen und zugewandten Vortrag, in dem er unterstrich, wie wichtig die Inklusion im Stadion sei. Dieses Einführungsreferat haben wir zum Anlass genommen, um Kontakt zum FSV aufzunehmen und die Einführung von Blindenplätzen anzuregen. Der FSV bietet Seit Beginn der Rückrunde der Saison 14/15 diesen Service an, von dessen guter Qualität wir uns anlässlich des Begegnungswochenendeg im April 2015 überzeugen konnten. An dem vorangegangenen Testlauf im Herbst 2014 waren die Sehhunde durch Udo Hartmann vertreten.

Inklusionsgespräche mit den Fanprojekten des 1. FC Köln

Die Inklusion ist in aller Munde. Auch gehört es zu den Vereinszielen des Fanclubs Sehhunde, Blinde und Sehbehinderte in die Gesellschaft im allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen zu integrieren bzw. inkludieren. Um hier neue Möglichkeiten zu schaffen, haben die beiden Vorsitzenden aufgrund ihrer guten Kontakte im Umfeld des FC Köln begonnen, verstärkt an diesen Zielen zu arbeiten. Zunächst wurde Kontakt zum Fanprojekt 1991 e.V. aufgenommen. Der Verein setzt sich Satzungsgemäß für die Inklusion von Fans mit Behinderung ein. Hier haben die Vorsitzenden Denkanstöße geben wollen, damit in der Öffentlichkeit deutlicher wird, in welchen Bereichen der Einsatz für Menschen mit Behinderung erfolgt und dass Fans mit Beeinträchtigungen z.B. bei organisierten Auswärtsfahrten erwünscht sind, wenn es behinderungsbedingt möglich ist. Vor allem aber wollten die Vorsitzenden vermitteln, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, Menschen mit Behinderung als Bedürftige zu sehen und sie überwiegend zu beschenken, wie z.B. im Rahmen einer kostenlosen Auswärtsfahrt für Rollstuhlfahrer. Offensichtlich haben die Verantwortlichen an dieser Stelle noch Schwierigkeiten, den Standpunkt der Sehhunde zu verstehen. Es wird mittel bis langfristig immer wieder Gespräche geben, um den Standpunkt der Sehhunde deutlich zu machen und gemeinsam zu einer anders angelegten Arbeit im Sinne der Fans mit Behinderung zu kommen. Da die beiden Vorsitzenden regelmäßig an Fahrten Teilnehmen, die vom Fanprojekt organisiert werden, können sie selbst vorleben, wie gelebte Inklusion sich darstellen kann.

Im Hinblick auf die Diskussion um das Thema Stadionsicherheit haben die Vorsitzenden Kontakt zum sozialpädagogischen Fanprojekt in Köln aufgenommen, das sich mit der Betreuung der Ultras sowie sogenannter Problemfans befasst. Hier soll es darum gehen, dass Fans mit Behinderung und Ultras von ihren Bedürfnissen und Schwierigkeiten erfahren und versuchen, sich tolerant zu begegnen. Für die Stadionsicherheit erhoffen sich die Sehhunde durch die Aufklärung eine gewisse Rücksichtnahme in unsicheren Situationen. Die Vertreter des Fanprojektes zeigten sich sehr offen für diese Thematik und sicherten Unterstützung zu. Ob und wieweit gemeinsame Aktionen stattfinden können, muss kleinschrittig überdacht und entwickelt werden.

Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit

Der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit hat sich eines ersten Großprojektes angenommen, in dem die Vereinsdatenbank auf unserer Homepage, die Auskunft über die Vereine gibt, die Blindenplätze anbieten, erweitert und aktualisiert wurde. Die Arbeitsgruppe hat bei den Vereinen die einschlägigen Daten abgefragt, gesammelt und dafür Sorge getragen, dass sie ins Internet gestellt wurden.

Kompetenzzentrum Blindenreportage im Sport

Auf Betreiben der DFL wurde das Kompetenzzentrum eingerichtet und bei der Awo angesiedelt. Besetzt wird es von Björn Naß, der über umfangreiche Erfahrung als Blindenreporter verfügt. Er ist den Sehhunden schon seit Jahren bekannt. Die Vorsitzenden haben Kontakt zum Kompetenzzentrum aufgenommen, um das Konzept und die Zielsetzung der Einrichtung zu erfahren sowie Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zu definieren.

Stabilisierung der finanziellen Situation

Da der Fanclub Sehhunde nur sehr geringfügig und unregelmäßig Spenden erhält und somit nie sichergestellt ist, wie viel Geld pro Geschäftsjahr zur Verfügung steht, müssen Lösungen zur Konsolidierung gefunden werden. Deshalb haben die Vorsitzenden mit Unterstützung durch einen guten Bekannten, der in dem Bereich Erfahrungen hat, mit dem Entwurf eines Förderantrages begonnen. Außerdem wurde über einen Gastdozenten an der Sporthochschule in Köln ein Versuch angebahnt, die Finanzierung des Fanclubs Sehhunde zu einem Studentischen Projekt zu machen. Die Studenten sollen ein tragfähiges Netzwerk von Sponsoren aufbauen und erhalten. Diese Bemühungen verlaufen sehr erfolgsversprechend. Es ist damit zu rechnen, dass das Projekt im kommenden Geschäftsjahr starten wird.

2. Blindenvertretertreffen der BBAG

Die BBAG hat zum zweiten Mal in Bielefeld zu einem runden Tisch eingeladen, an dem sich alle versammeln sollten, die die Interessen von Fans mit Sehbeeinträchtigungen vertreten. Ziel der Veranstaltung war es, einen Leitfaden für die Blindenreportage zu erarbeiten. Die Sehhunde waren durch die beiden Vorsitzenden vertreten und haben 2 Tischvorlagen eingebracht. Zum einen wurde der Fragebogen vorgelegt, der der Reflektion von Stadionbesuchen dient und schon lang auf unserer Homepage veröffentlicht ist. Außerdem wurde ein Thesenpapier überreicht, dass im Rahmen des Begegnungswochenendes auf Schalke entstanden ist. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Erster Kontakt zu Südkurve FC Köln e.V.

Mit Unterstützung des sozialpädagogischen Fanprojektes fand in dessen Räumen eine erste Kontaktaufnahme zwischen namhaften Vertretern der Ultras des 1. FC Köln und dem Fanclub Sehhunde statt. In offener Atmosphäre haben sich beide Seiten über ihren Antrieb, ins Stadion zu gehen, und über ihre Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche an die jeweils andere Fangruppe ausgetauscht. Die szenekundigen Kollegen des Fanprojektes haben im Nachhinein zurückgemeldet, dass sie sehr überrascht waren, wie offen sich die Ultravertreter uns gegenüber präsentiert haben und wie bereitwillig sie an einem gegenseitigen Kennenlernen interessiert waren. Im Januar 2015 wurden die Vorsitzenden zu einem Termin des Dachverbandes eingeladen, den sie leider nicht wahrnehmen konnten. Es gibt aber regelmäßigen Emailkontakt. Unser Ziel wäre es, im Bemühen um die Sicherheit für Fans mit Behinderung, mit dem Dachverband der Ultras und dem sozialpädagogischen Fanprojekt in eine Zusammenarbeit zu kommen, die auch bei anderen Vereinen Nachahmer finden könnte.

Begegnungswochenende beim FSV Frankfurt

Da sich der FSV Frankfurt sowohl in Bezug auf die Tagung Inklusion und sicheres Stadionerlebnis, als auch bei der Einrichtung der Blindenplätze sehr offen gezeigt hat, haben die Vorsitzenden im Herbst 2014 Kontakt aufgenommen und begonnen, dass Begegnungswochenende, dass vom 10. - 12.04.2015 stattfinden sollte, zu organisieren. Vor allem sollte der FSV die Möglichkeit erhalten, seine Blindenplätze zu präsentieren. Mit Hilfe des engagierten Fan- bzw. Behindertenfanbeauftragten, Michael Stein, wurde alles Nötige veranlasst. An dieser Stelle danken wir ihm im Namen aller Teilnehmer für seinen Einsatz.

Inklusionsarbeitskreis beim HSV

Der Behindertenfanbeauftragte des HSV hat einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, in dem sich Fans mit Behinderung, aber auch Interessenvertreter zusammen finden. Neben Broder Trede, der die Blindenreporter vertritt, nimmt Pina Dolle für die Sehhunde regelmäßig an den Sitzungen teil. Wir danken ihr an dieser Stelle herzlich für ihr Engagement.

Blindenplätze bei Bayer Leverkusen

Schon in der Rückrunde der Saison 2013/2014 hatten die Vorsitzenden Kontakt zum Fan- bzw. Behindertenfanbeauftragten aufgenommen, weil es an den Blindenplätzen zu unangenehmen, nicht aber gefährlichen Situationen gekommen war. Nach dem es anlässlich des Derbys gegen den 1. FC Köln zu Übergriffen und Handgreiflichkeiten gegen Begleiter und Reporter gekommen war, hat Bayer 04 Leverkusen gehandelt. Vorher hatten Reporter und Nutzer die Gelegenheit, sich zu den Vorkommnissen zu äußern und Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Die Sehhunde haben sowohl durch die beiden Vorsitzenden als auch durch den Schatzmeister, der Regelmäßig die Heimspiele in der BayArena besucht, Stellung genommen.

Vergabe der Blindentickets beim 1. FC Köln

Nach dem Aufstieg des 1. FC Köln war es aufgrund der großen Nachfrage nach Blinden- und Rollstuhlfahrerkarten zu Unzufriedenheiten bei den Kunden gekommen. Deshalb wurde von Seiten des Ticketings und der Fanabteilung nach einer transparenten Lösung gesucht. Die Sehhunde waren zur Vertretung der Interessen der Blinden und Sehbehinderten durch die beiden Vorsitzenden vertreten.

Reporterseminar

Im Januar 2015 führte die DFL in der Sportschule Kaiserau turnusmäßig das jährliche Seminar für die Reporter an den Blindenplätzen durch. Die Sehhunde waren durch Klaus Berling und Gerhard stoll vertreten, die an den verschiedenen Workshops teilgenommen haben und in vielen Gesprächen den Reportern beratend zur Seite gestanden haben. Wir danken den beiden für ihren Einsatz und die Zeit, die sie investiert haben.

Schlußbemerkung

Wir möchten allen, die den Fanclub Sehhunde unterstützt haben, herzlich für ihren Einsatz danken. Alle haben einen wertvollen Beitrag zur Integration blinder und sehbehinderter Fußballfans in die Gesellschaft im Allgemeinen und in die Gemeinschaft der Fußballfans im Besonderen geleistet.